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Erkl?r mir, Liebe

Dein Hut l?ftet sich leis, gr??t, schwebt im Wind,
dein unbedeckter Kopf hat's Wolken angetan,
dein Herz hat anderswo zu tun,
dein Mund verleibt sich neue Sprachen ein,
das Zittergras im Land nimmt ?berhand,
Sternblumen bl?st der Sommer an und aus,
von Flocken blind erhebst du dein Gesicht,
du lachst und weinst und gehst an dir zugrund,
was soll dir noch geschehen -

Erkl?r mir, Liebe!

Der Pfau, in feierlichem Staunen, schl?gt sein Rad,
die Taube stellt den Federkragen hoch,
vom Gurren ?berf?llt, dehnt sich die Luft,
der Entrich schreit, vom wilden Honig nimmt
das ganze Land, auch im gesetzten Park
hat jedes Beet ein goldner Staub ums?umt.

Der Fisch err?tet, ?berholt den Schwarm
und st?rzt durch Grotten ins Korallenbett.
Zur Silbersandmusik tanzt scheu der Skorpion.
Der K?fer riecht die Herrlichste von weit;
h?tt ich nur seinen Sinn, ich f?hlte auch,
da? Fl?gel unter ihrem Panzer schimmern,
und n?hm den Weg zum fernen Erdbeerstrauch!

Erkl?r mir, Liebe!

Wasser wei? zu reden,
die Welle nimmt die Welle an der Hand,
im Weinberg schwillt die Traube, springt und f?llt.
So arglos tritt die Schnecke aus dem Haus!

Ein Stein wei? einen andern zu erweichen!

Erkl?r mir, Liebe, was ich nicht erkl?ren kann:
sollt ich die kurze schauerliche Zeit
nur mit Gedanken Umgang haben und allein
nichts Liebes kennen und nichts Liebes tun?
Mu? einer denken? Wird er nicht vermi?t?

Du sagst: es z?hlt ein andrer Geist auf ihn ...
Erkl?r mir nichts. Ich seh den Salamander
durch jedes Feuer gehen.
Kein Schauer jagt ihn, und es schmerzt ihn nichts.


Ingeborg Bachmann aus 'Anrufung des gro?en B?ren'(1956)
2.12.04 22:09


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Erkl?r mir Liebe Das war die gro?e Frage der Bachmann. Heute meine ich, dass sie an dieser Frage gescheitert ist. Diese Frage taucht wohl zwangsl?ufig immer wieder auf, denn jeder von uns muss sie sich beantworten. Den Eindruck, den ich dabei bekommen habe ist folgender. Die Liebe teilt sich in zwei Stockwerke auf. Dem einen Stockwerk bin ich unterworfen, es entzieht sich wohl mein Wollen. Hier f?hle ich mich ferngesteuert und mir selber ausgeliefert. Das muss aber auch nicht unbedingt schlecht sein. Auf genau diese Ecke zielt wohl auch die Werbung. Die andere Etage ist die, in der ich dem anderen begegne, Face to Face. Da bin ich wirklich ich selber, hier werde ich ich selber. Hier ist der Partner derjenige, durch den ich erst ganz Mensch werde. Hier ist das Gespr?ch und die Gemeinschaft.

Wenn die Liebe besungen wird scheint sich der S?nger immer nur in der ersten Etage aufzuhalten. Dabei ist das zweite Stock (der ohne den ersten in der Luft h?ngen w?rde) doch der viel interessantere, spannendere und faszinierende. Meiner Meinung kommt die Hohe Zahl der Scheidungen daher zustande, dass wir uns den Luxus erlauben k?nnen das Ver?den dieser zweiten Etage nicht mehr zu akzeptieren. Ich weis immer nicht, ob ich das gut finden kann. Aber erst dort findet das Mensch sein statt.

~ottmar~
5.12.04 12:14


Schreiben im Internet

Leider war ich f?r eine kurze Zeit verhindert zu schreiben. Ich war tats?chlich so darnieder, dass mir selbst der Weg zum PC zu beschwerlich war ? und das will was hei?en. K?de hat in einer seinen letzten Blogs, ja zu seinem hundertsten Jubil?umsblog das ?Schreiben im Internet? zum Thema gemacht. Er war wiederum vom dem Schicksal des Mindreboot betroffen, der trotz viel Erfolges seinen Blog geschlossen hat. Was ist das also mit dem Schreiben im Netz? Es ist das Thema der ersten Stunde. Ich selber geh?re zu denen die schon zu BTX-Zeiten textzeilenbasiert ihre Kommentare in dubiose Foren gepostet habe. 1994 war das, also schon 10 Jahre her. Es ging dann immer besser. Es kamen dann Foren auf E-Mailbasis, das wunderlicherweise noch heute existiert, wenn auch nur in eruptiven Fasen. Danach kamen Experimente mit Online-Chat, damals mit dem Spin aus Regensburg der noch immer recht zuverl?ssig l?uft. Und dann mit Browserchats, die zu Anfang doch recht instabil. Automatisch haben sich daraus intensivere Gespr?che auf Basis Instant-Messenger entwickelt bis in eine Form, die eine Fortsetzung unm?glich gemacht haben. Parallel konnte ich die M?glichkeit ergreifen in einer Bibelversliste meine Gedanken an anonyme Zuh?rer zu vermitteln. Die Resonanz war nur ?ungelesen gel?scht? bis ich bei der Verabschiedung Protest zu h?ren bekam. Das ist wohl typisch f?r Schreiben im Internet.

~ottmar~
9.12.04 19:57


Briefe an Freunde - Liebesbriefe

?B?cher, so hat der Dichter Jean Paul einmal bemerkt, sind dickere Briefe an Freunde.? So beginnt Peter Sloterdijk seinen ber?chtigten Vortrag aus Elmau .

Das, so denke ich l?sst sich sicher auf geschriebenes im Netz ?bertragen. Nur dass es keine dicken Briefe sondern ein fortw?hrender Strom von Gedanken, Worten und Texten ist. ?Es geh?rt zu den Spielregeln der Schriftkultur, da? die Absender ihre wirklichen Empf?nger nicht vorhersehen k?nnen.? So geht der Vortrag weiter. Auch das k?nnen wir ?bernehmen. Sicher haben wir oft den einen oder anderen im Auge aber prinzipiell denken wir doch an den neuen, den ganz anderen Leser. Aber es gilt auch, dass ?Briefsachen, die nicht mehr zugestellt werden, aufh?ren, Sendungen an m?gliche Freunde zu sein - sie verwandeln sich in archivierte Objekte.? Dieses Schreiben f?r das Archiv ist wohl das Los, zumindest das empfundene Los vieler Schreiber im Netz. Ich kenne einige interessante Blogs, da schau ich immer mal gerne hinein, aber schreiben w?rde ich da nie. Und bei den Texten stehen auch keine Kommentare. Was ich als Schreiber brauche und will das sind Leser, und wie gebannt starr ich auf die Hits meines Blogs. Mit dem Erfolg, dass ich nur die sehen, die ich wohl selbst erzeuge, weil ich meine eigene Seite als Linkliste f?r die verwendeten Blogs nutze. Und trotzdem sehe zumindest ich bei mir Reaktionen und Eintr?ge.

Denn das Schreiben im Netz unterliegt eigenen Gesetzten. Trotzdem sind es die gleichen, die auf dem Buchmarkt gelten. Es wird geschrieben, doch wer kann die Unzahl der Texte lesen. Ja, im Netz ist es noch anders. Ich muss da an Vilem Flusser denken. Leider ist er schon 92 gestorben, weshalb er das Internet nicht mehr erlebt hat. Flusser gilt als einer der gro?en Medienkritiker. Seine Hauptkritik an den Massenmedien bestand darin, dass wenige Sender vielen H?rern und Sehern alles vorgegeben konnten. Das widersprach seiner Vorstellung von Demokratie. Im Netz ist es jetzt anders. Hier kann jeder Leser zum Schreiber, jeder Sender zum Empf?nger werden. In der Netzzeitung Teleopolis wurde schon viel dar?ber spekuliert, was Flusser zum heutigen Internet sagen w?rde. Aber mit seiner Vorstellungen wurde er doch f?r viele Internetaktivsten der ersten Stunde zum Heiligen des Netzes. Ein zweiter Netzheiliger ist der Kanadier Marshall McLuhan. Seine bekannteste Formulierung ist das globale Dorf, obwohl er schon 1980 gestorben ist. Wir m?ssen heute mit dem Erfolg leben, der f?r diese M?nner ein Traum war. Und von Flusser gibt es das Wort: Der Traum vom Fliegen stirbt, wenn er verwirklicht wird.


Denn, indem alle schreiben, wer soll dann alles lesen. Wen interessiert das, was ich schreibe. Trotzdem ist des sinnvoll, meiner Meinung nach. Denn wichtig bleibt, dass wir uns immer was zu sagen haben, dass wir immer einen Liebesbrief schreiben. Kann sein, dass der Geliebte erst sp?ter kommt.

~ottmar~
11.12.04 20:50


Blogen ist gef?hrlich
Ich gestehe, chatten ist gef?hrlich, das hab ich gesagt. Es ist bei mir besonders deshalb gef?hrlich weil ich am folgenden Tag meist unausgeschlafen ins Auge blinzele. Mir f?llt dazu die schon oft zitierte Gedichtszeile H?lderins ein, ?weil ein Gespr?ch wir sind?. Das ist ein Satz, der auch in der zeitgen?ssischen Philosophie sehr wichtig genommen wird. F?r mich ist das Gespr?ch der wichtigste Punkt im Menschsein. Deshalb wird jedes Medium, das ein Gespr?ch erm?glicht (wie Schrift/B?cher/Handy/Natel/Telefon/Internet) sich immer uneingeschr?nkt durchsetzen. Das sch?ne am Blog ist die Ausdrucksm?glichkeit f?r jeden, auf die zeitversetzt reagiert werden kann. Daf?r kann ich im Chat sofort nachfragen. Wo aber ist die Gefahr? Sie besteht mir einmal darin, dass ich davon nie genug haben kann. Das Reden, das Schreiben, das H?ren und das Lesen, dass kann nie genug sein. Ich erfahre, dass ich Mensch bin und sein kann. Und die wirkliche Gefahr? Das ich es nicht und nie gen?gend und ausreichend bin. Dass ich letztendlich keinem gerecht werden kann. Das aber ist nicht die Gefahr, von der ?man? spricht. Die besteht darin, dass die Ehefrau erf?hrt dass es doch noch ein Gespr?ch gibt, deshalb verzweifelt oder den schweigenden Gatten vor die T?r setzt. Es besteht die Gefahr, dass etwas bewegt wird, dass sich etwas ?ndert? Oder besteht die Gefahr darin, dass eine unrealistische Fantasiewelt, eine nur virtuelle N?he aufgebaut wird? Kennt ihr den Film ?Purple Rose of Kairo? von Woody Allen? Da geht es genau darum, aber das Ende find ich traurig.

~ottmar~
12.12.04 22:11


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